How we want to work (4/2013)

For three and a half years now, I am a volunteer for “tat für tat: malawi”. A small association, committed to a community center, House of Hope, in Malawi, with about one hundred regular donors and 10,000 Euro in yearly donations. This makes the association, I say it right away, certainly not instantly and easily transferable to a major “player” in the donor market.

But the relationship of donors, clients and organization still serves as a model for me. At “tat für tat: malawi” the groups merge and boundaries dissolve. House of Hope is “tat für tat: malawi” are the donors. Only together WE are a community and make a difference in the world (in this case the area 24 of the Malawi’s capital Lilongwe). Each deed (“tat”) is important, everyone is needed.

This is also reflected in the communication of “tat für tat: malawi”. A key tool is the Facebook page, which is taken care of by “tat für tat: malawi” and the recipient of the donations, the House of Hope. The donors directly participate in the life of the House of Hope and can post own stories or questions.

A little paradise? Maybe. But one with a vision for me. Isn’t this kind of “WE” not transferable to other organizations? Cannot social media be very helpful here?

And what about those huge national organizations? Why shouldn’t  they regionalize themselves more and establish local chapters to mobilize resources – close to and together with the people? The world’s largest fundraising organization, United Way of America, does not centrally collect their money, but through more than 1,300 chapters across the United States. Likewise, Catholic Charities, American Diabetes Association, YMCA and many others. In addition, a “We” feeling can also be achieved through consistent customer orientation – ie a fundraising, which sees its main task in satisfying  the needs of the donors. If this is accomplished by a company that produces lifeless tech products – I am talking about Apple -, then the organizations that “sell” happy people and a better world should accomplish this even more easily.

I meet very, very happy donors at “tat für tat: malawi”. Donors, who personally thank that they get the chance to provide this help. Donors are, I believe, generally much more mature than we think. We just have to really ask them. Openly exchange ideas with them. And offer them alternatives.

Remains for me the question of the role of us fundraisers for the civil society. I think a little modesty suits us well. In a society in which few have more and more, and many have less and less, we might make a little bit of a balance. But with every euro we collect for hospices, homeless organizations and museums, we also support this system and take the politics out of their responsibility. In this dilemma I have decided for the direct help that I enable as a fundraiser. But you can also take the opposite standpoint – with good reasons. We fundraisers should be confident in what we do, and humble in what we achieve.

Let us not go fishing for donors, but let us discover the ocean with them.

Wie wollen wir arbeiten (4/2013)

Seit dreieinhalb Jahren bin ich ehrenamtlich für den Verein tat für tat: malawi aktiv. Ein kleiner Verein, der sich für ein Community Center, House of Hope, in Malawi einsetzt, mit ca. hundert regelmäßigen Spendern, und 10.000 Euro Spendeneinnahmen. Damit ist der Verein, das sage ich gleich, sicher nicht sofort und einfach auf einen großen „Player“ im Markt übertragbar.

Aber das Verhältnis von Spendern, Klienten und Organisation in diesem Verein ist für mich doch eines, das als Leitbild für mich dient. Bei tat für tat: malawi verschwimmen diese Gruppen und die Grenzen lösen sich auf. House of Hope ist tat für tat: malawi sind die Spender. Nur zusammen sind WIR eine Gemeinschaft und machen in der Welt (in diesem Fall in der Area 24 der Hauptstadt Lilongwe in Malawi) einen Unterschied. Jede TAT ist wichtig, jeder wird gebraucht.

Das spiegelt sich auch in der Kommunikation von tat für tat: malawi wider. Ein zentrales Instrument ist die Facebook-Seite, die von tat für tat: malawi und dem Spendenempfänger House of Hope gemeinsam gepflegt wird und die allen – auch den Spendern – dazu dient, direkt am Leben im House of Hope teilzuhaben und sich durch eigene Beiträge oder Fragen einzubringen.

Ein kleines Paradies? Vielleicht. Aber eines mit Vision für mich. Ist diese Form des WIR nicht doch auf andere Organisationen übertragbar? Hier können die sozialen Medien doch ihren Vorteil ausspielen.

Und große Organisationen? Warum sollten sie sich nicht stärker regionalisiern – lokale Vereine gründen, die vor Ort – nah an den Menschen und mit den Menschen zusammen – Ressourcen mobilisieren? Die weltgrößte Fundraising-Organisation, United Way of America, sammelt ihr Geld nicht zentral, sondern über 1.300 Chapter in den ganzen USA. Ebenso Catholic Charities, American Diabetes Association, YMCA und viele andere. Zudem lässt sich ein WIR Gefühl auch über eine konsequente Kundenorientierung – also ein Fundraising, das es als seine Hauptaufgabe sieht, die Spenderbedürfnisse zu befriedigen – erreichen. Wenn dies eine Firma, die leblose Technikprodukte herstellt – ich rede von Apple – schafft, dann sollten das Organisationen, die glückliche Menschen und eine bessere Welt „verkaufen“, wohl erst recht schaffen.

Ich erlebe bei tat für tat: malawi sehr, sehr glückliche Spender. Die sich persönlich dafür bedanken, dass sie die Chance bekommen, diese Hilfe leisten zu DÜRFEN. Unsere Spender sind, glaube ich, generell viel mündiger als wir denken. Wir müssen sie einfach wirklich einmal fragen. Uns offen mit ihnen austauschen. Und ihnen Alternativen anbieten.

Bleibt für mich die Frage der Rolle von uns Fundraisern für die Zivilgesellschaft. Ich denke, da steht uns Bescheidenheit gut zu Gesicht. In einer Gesellschaft, in der wenige immer mehr und viele immer weniger haben, sorgen wir vielleicht ein klein wenig für Ausgleich. Aber mit jedem Euro, den wir für Hospize, Obdachlosenvereine und Museen sammeln, stützen wir auch dieses System und entlassen die Politik aus der Verantwortung. In diesem Zwiespalt habe ich mich für die direkte Hilfe, die ich als Fundraiser ermögliche, entschieden. Aber man kann das mit guten Gründen auch anders sehen. Wir sollten selbstbewusst sein in dem, was wir tun. Und demütig in dem, was wir bewirken.

Lasst uns Spender nicht angeln, sondern MIT ihnen einen Ozean entdecken.