Die Polizei rät zu erhöhter Vorsicht (1/2014)

„Die Polizei rät in diesen Tagen zu erhöhter Vorsicht beim Öffnen der Haustüre. Offenbar gut organisierte Kinderbanden ziehen seit dem 25. Dezember kreuz und quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und versuchen unter Nennung fadenscheiniger Gründe, Bargeld zu erhaschen. Die kleinen Trickbetrüger arbeiten stets zu dritt und sind leicht an ihrer bunten orientalisch anmutenden Kleidung zu erkennen. […]”

Was „Der Postillon“ hier so launisch beschreibt, sind natürlich die gut 500.000 (!) Sternsinger, die heute und in den kommenden Tagen wieder von Tür zu Tür gehen und wieder gut 40 Mio. Euro für das Kindermissionswerk sammeln werden.

Der lustige Artikel hat natürlich einen ernsten Hintergrund. Abgesehen von der großen Sternsinger-Aktion wird heute kaum noch an Haustüren gesammelt. Sind Haustür-Sammlungen nicht mehr modern?

Gegen Haustürsammlungen sprechen gute Gründe:  die besondere Drucksituation an der Haustür, das (Fast-)Eindringen in die Privatsphäre der Menschen und die große Gefahr, auf Betrüger hereinzufallen.

Andererseits: Auch ich habe früher als jugendliches Mitglied des DLRG einmal im Jahr Haustürsammlungen gemacht. Und ich war dabei weder zudringlich noch mit psychologischen Tricks ausgestattet, sondern habe einfach nett gefragt. Geberquote: über 80%! (soweit ich mich erinnern kann).

Es kommt, glaube ich, darauf an, WIE man auftritt – dann darf man auch an der Haustüre nach Spenden fragen. Dem stimmt auch Burkhard Willke vom DZI zu: „Beschwerden seitens verärgerter Spender gibt es bei uns keine. Die Hilfswerke scheinen durch Art und Auftreten der Sammler den Nerv der Spender zu treffen.“ (in FUNDiert, Sept. 2006)

Also, sich ruhig mal wieder trauen, altmodisch zu sein – und freundlich an der Haustür klingeln.

PS: Ach ja, und noch eine Frage, die die Sternsinger aufwerfen: Darf der Caspar sich schwarz anmalen – oder besser nicht mehr?