Borrowing is the New Innovation (4/2015)

This article was first published on the website of the Alliance Magazine.

Though not officially on the agenda, there was one message popping up in many sessions and speeches on the 26th EFC Annual Conference in Milan: “Borrowing is the new innovation!”

Companies do it, NGOs do it and foundations should do it, too: Borrowing, copying, “stealing” good ideas. China’s wealthiest business man – and by the way, most active philanthropist – Jack Ma, founder and CEO of Alibaba – did it when he copied the idea of Ebay for the Chinese market and called it Taobao. United Way of America did so when they transferred the concept of community impact from US community foundations to their chapters. And the German Fritz Henkel Foundation is doing it by supporting Teach First, which has adapted the concept of Teach for America to the German school system.

A good idea should spread and reach as many people as possible. Sharing of best practice – that’s not by accident the best concept to successfully apply for EU funds or to convince social investors to put their money in your project. It’s actually what most foundation are looking for, when they make their grant decisions.

Foundations have good arguments why preferring unique innovations. If these innovative ideas are successful, they can have an immense leverage effect and ultimately change the face of earth. Since only one in thousand innovations is that successful, the financial and political independence of foundations is crucial.

But today good ideas are not missing – we know how we could easily, within a few years, tackle climate change, end hunger and stop HIV –, but the fair distribution, adaption and implementation of these concepts. The internet produces worldwide excellent ideas – every minute. There is no thought which has not been thought already – somewhere, sometime.

I like borrowing – especially books. I borrow them from the library, but as well from friends, colleagues or family. This way I do not only save money and reduce the use of resources (wood) but also learn which books are most recommendable, whether a story works or not. And by the way, I meet and chat with my friends when I fetch the book!

The same is true for borrowing innovations from other foundations. It saves resources, enables learning and benchmarking, makes sure that a good innovation can really spread, and fosters co-operations and networking among foundations. Beneficiaries don’t see any difference whether an innovation is really unique or “only” borrowed and adapted. When the “unique innovation” of telemedicine was borrowed by the Apollo Telemedicine Networking Foundation to deliver health counseling in remote African and Indian villages people there did not care that the idea was first developed for a 24-hour medical service at the Boston airport in 1967.

There is no innovative idea which has not been thought already. But there are thousands of good innovations which have not reached all people on earth yet. Making this happen could be a new vision for foundations in the 21st century.

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Strategisches Fundraising – in drei Leitgedanken (6/2013)

Ein strategisches Vorgehen ist immer ein langfristiges Vorgehen oder anders ausgedrückt: ein frühzeitiges Planen. Zu planen ist insbesondere, was Dr. Peter Buss in seinem lesenswerten Fundraising-Buch als die drei strategischen „A“ bezeichnet: Adressat (also Zielgruppe), Angebot (meine Mission bzw. mein Projekt) und Absender, die Präsentation meiner eigenen Organisation nach außen. Dieser Prozess kann als der Beginn einer Markenbildung verstanden werden.

Wie viel Arbeit ein solches Markenmanagement macht, zeigt beispielhaft die Marke Welthungerhilfe, deren Markenidentität mit der Mission „Hungerbekämpfung“ sich aus dutzenden Einzelbausteinen zusammensetzt. Dazu gehören ein einheitliches Corporate Design – das über bestimmte Farbskalen bis hin zu vordefinierten Schlüsselbegriffen und Satzbausteinen reicht -, das Sammeln von erlebbaren Geschichten ( und zwar durch alle Mitarbeiter der Welthungerhilfe!) und der Herstellung von Nähe durch kreative Aktionen (z.B. 3D-Ausstellungen, Party-Box). Spender – auch gerade Unternehmen – wollen nicht länger um das schnelle Geld gebeten werden. Sie möchten langfristige Kooperationen und langfristige Projekte mit Visionen.

Strategisches Fundraising richtet – wie sein großer Bruder, das strategische Marketing – seinen Blick auf den (Spenden-)Markt und betrachtet den Spender daher als Kunden. Das Angebot an ihn: beim Helfen zu helfen! Die meisten Menschen – das ist wissenschaftlich bewiesen – haben den Wunsch, Menschen, die Hilfe benötigen, zu unterstützen. Häufig können sie das aber nicht – weil sie zu weit weg wohnen, weil sie keine Zeit haben und/oder weil ihnen das nötige Know-how (z.B. medizinische Kenntnisse) zur Hilfe fehlt. Hier springt die Spendenorganisation ein und bietet die Vermittlung der Hilfe an.

Ist der Spender  Kunde einer NPO, hat das Konsequenzen: Keine Organisation muss ihre Kunden um Spenden anbetteln (das tut man gegenüber Kunden nicht), aber jede NPO muss die Bedürfnisse ihrer Kunden, also ihrer Spender, erfüllen (so, wie es jedes erfolgreiche Unternehmen auch tut). Spender geben heute nicht mehr aus Mitleid oder Pflichterfüllung. Wichtige Bedürfnisse junger Spender sind vielmehr, konkret Leben zu ändern und – mindestens so wichtig – dazu zu gehören, und zwar zu einer Gruppe mit ähnlichen Zielen und Werten, und so eine eigene Identität zu finden.

Diese Angebote muss jede gemeinnützige Organisation ihren Spendern machen. Auch das Beratungsunternehmen Roland Berger hat seine Bedürfnisse an Nonprofit-Partner übrigens klar definiert: interessante Aufgaben für Pro-Bono- oder Volunteering-Projekte, die mit den CSR-Zielen von Roland Berger übereinstimmen, Abstimmung in der Kommunikation nach außen und messbare (!) Erfolge.

Diese Kunden- und Bedürfnisorientierung können und müssen alle spendensammelnden Organisationen einnehmen – ob groß oder klein. Strategisches Fundraising braucht keinen großen Marktforschungs-Apparat und keine Marketingabteilungen. Strategisches Fundraising ist zuallererst eine Philosophie und Denkhaltung, die jede Organisation, gleich welcher Größe, verinnerlichen und umsetzen kann. Aus den vielen guten Beispielen der Marke „Welthungerhilfe“ kann sich etwa jede kleinere Organisation das für sie passende raussuchen. Auch wenn es den Perfektionisten nicht leicht fällt, aber „semi-professionell“ reicht meistens völlig aus.

Der Kunde ist König. Es wird Zeit, dem Spender das Zepter zu übergeben.

Der Text ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Seminars „Strategisches Fundraising und Markenmanagement“ am 10. Oktober 2013 in Köln mit folgenden Referenten: Dr. Peter Buss (NonproCons), Dr. Christian Gahrmann (Philanthropy Consulting), Christina Plaßmann (Welthungerhilfe) und Barbara Stahl (Roland Berger), Moderation: Jörg Eisfeld-Reschke.

Fundraising-Preis für Spender (5/2013)

Vor einigen Tagen hat Jörg Eisfeld-Reschke einen bemerkenswerten Blog über die Defizite des alljährlich zu vergebenen Fundraising-Preises des Deutschen Fundraising Verbandes geschrieben und eine Neukonzeption angemahnt (http://sozialmarketing.de/uberlegungen-zu-fundraisingpreisen/).

Der Fundraising-Preis ist eine schöne und wichtige Anerkennung für Fundraiser und hatte schon viele würdige Preisträger. Der Fundraising-Preis ist eine sehr gute Idee!

Gleichzeitig sind uns, glaube ich, allen die Defizite des Preises in seiner jetzigen Form bewusst. Die Fundraising-Preise in den Kategorien „Lebenswerk“, „Beste Kampagne“ und „Beste Innovation“ zielen – abgesehen von der ersten Kategorie – einseitig auf kurzfristige Erfolge und führen insbesondere zu Bewerbungen von Dienstleistern. Insgesamt ist die Bewerbungslage sehr dünn. Weder für die Auswahl der Jurymitglieder noch für die Auswahl der Preisträger gibt es meines Wissens transparente Kriterien.

Vor allem aber frage ich mich eines: Warum ehren wir eigentlich nur uns selbst und nicht diejenigen, die es wirklich verdient hätten, geehrt zu werden – unsere Spender? Sie sind es doch, die im Krankenhaus ein Spielzimmer finanzieren oder die mit uns die Vision verfolgen, das Berliner Schloss wieder aufzubauen. Die Spender sind es, die unseren vielen Kampagnen zum Erfolg verhelfen. Auch hier sollten wir Fundraiser uns erinnern, dass uns Bescheidenheit gut zu Gesicht steht. Ohne Spender gäbe es keine Fundraiser, aber ohne uns Fundraiser gäbe es sehr wohl Spender.

Deshalb möchte ich einen Fundraising-Preis vorschlagen, der Fundraiser UND Spender zu gleichen Teilen berücksichtigt und einbezieht und der nicht Instrumente in den Mittelpunkt stellt, sondern Menschen. Ich könnte mir zum Beispiel folgende Kategorien vorstellen:
– Spender des Jahres (Kriterien: Höhe der Spenden, Kreativität der Spenden, Nachhaltigkeit der Spenden, Förderung von Philanthropie, Dritter Sektor und Zivilgesellschaft)
– Fundraiser des Jahres (Kriterien: Fundraising-Erfolg, Kreativität des Fundraising, Nachhaltigkeit des Fundraising, Förderung von Philanthropie, Dritter Sektor und Zivilgesellschaft)
– Ehrenpreis Lebenswerk, Spender (Kriterien: siehe „Spender des Jahres“)
– Ehrenpreis Lebenswerk, Fundraiser (Kriterien: siehe „Fundraiser des Jahres“)

Äquivalent dazu sollte die Jury paritätisch aus Spendern und Fundraisern zusammengesetzt sein. Ein solcher Fundraising-Preis stellt die Leistungen einzelner Spender und Fundraiser in den Mittelpunkt, setzt den Schwerpunkt auf Spenderbindung und nachhaltige Erfolge und verdeutlicht, dass Spender und Fundraiser EIN Team sind, das GEMEINSAM ein Ziel erreichen möchte.

Ein Preis bzw. ein Auszeichnung dient in erster Linie nicht der Auszeichnung und Ehrung einzelner (das natürlich auch), sondern der Stärkung von beispielhaften Ideen und Taten. Lasst uns in diesem Sinne den Fundraising-Preis neu denken.

How we want to work (4/2013)

For three and a half years now, I am a volunteer for “tat für tat: malawi”. A small association, committed to a community center, House of Hope, in Malawi, with about one hundred regular donors and 10,000 Euro in yearly donations. This makes the association, I say it right away, certainly not instantly and easily transferable to a major “player” in the donor market.

But the relationship of donors, clients and organization still serves as a model for me. At “tat für tat: malawi” the groups merge and boundaries dissolve. House of Hope is “tat für tat: malawi” are the donors. Only together WE are a community and make a difference in the world (in this case the area 24 of the Malawi’s capital Lilongwe). Each deed (“tat”) is important, everyone is needed.

This is also reflected in the communication of “tat für tat: malawi”. A key tool is the Facebook page, which is taken care of by “tat für tat: malawi” and the recipient of the donations, the House of Hope. The donors directly participate in the life of the House of Hope and can post own stories or questions.

A little paradise? Maybe. But one with a vision for me. Isn’t this kind of “WE” not transferable to other organizations? Cannot social media be very helpful here?

And what about those huge national organizations? Why shouldn’t  they regionalize themselves more and establish local chapters to mobilize resources – close to and together with the people? The world’s largest fundraising organization, United Way of America, does not centrally collect their money, but through more than 1,300 chapters across the United States. Likewise, Catholic Charities, American Diabetes Association, YMCA and many others. In addition, a “We” feeling can also be achieved through consistent customer orientation – ie a fundraising, which sees its main task in satisfying  the needs of the donors. If this is accomplished by a company that produces lifeless tech products – I am talking about Apple -, then the organizations that “sell” happy people and a better world should accomplish this even more easily.

I meet very, very happy donors at “tat für tat: malawi”. Donors, who personally thank that they get the chance to provide this help. Donors are, I believe, generally much more mature than we think. We just have to really ask them. Openly exchange ideas with them. And offer them alternatives.

Remains for me the question of the role of us fundraisers for the civil society. I think a little modesty suits us well. In a society in which few have more and more, and many have less and less, we might make a little bit of a balance. But with every euro we collect for hospices, homeless organizations and museums, we also support this system and take the politics out of their responsibility. In this dilemma I have decided for the direct help that I enable as a fundraiser. But you can also take the opposite standpoint – with good reasons. We fundraisers should be confident in what we do, and humble in what we achieve.

Let us not go fishing for donors, but let us discover the ocean with them.