Spendenpyramide auf amerikanisch (3/2015)

Sie ist wohl das älteste und bekannteste Modell im Fundraising. Wahrscheinlich kannten es sogar schon die alten Ägypter. Die Spendenpyramide. Ihre Aussage ist so einfach wie simpel: Spender können und sollten durch kontinuierliche Beziehungsarbeit langsam „aufgebaut“ werden, so dass sie Schritt für Schritt höhere Beträge geben. Bei manchen werden wir Fundraiser dann so erfolgreich sein, dass sie unserer Organisation ein großzügiges Erbe hinterlassen.

Das klingt schön – und mühsam. Deswegen nehmen viele US-amerikanischen Organisationen einfach eine Abkürzung. Sie sammeln Menschen, die sich für die eigene Mission interessieren. Suchen unter diesen nach den „High Potentials“, also den besonders Wohlhabenden, kultivieren sie – und heben sie im besten Fall gleich an die Spitze ihrer Pyramide. 90 Prozent Kosten, Zeit und Energie gespart!

Beispiel: das Museum of Modern Art in New York. Eine Fördermitgliedschaft ist hier für „günstige“ 85 Dollar zu haben. Und von Fördermitgliedschaft kann man eigentlich kaum sprechen. Immerhin gibt es dafür jederzeit freien Eintritt ins Museum (ohne in der normalen Schlange stehen zu müssen!), exklusiven Erst-Zutritt bei neuen Ausstellungen und stark vergünstigte Tickets für Freunde und Bekannte.

Kein Wunder, dass sich die Zahl der MOMA-Fördermitglieder im sechsstelligen Bereich (!) bewegt. Eine schöne Basis, um sich in aller Ruhe diese Fördermitglieder – die durch ihre Mitgliedschaft ein hohes Interesse am Museum gezeigt haben – genauer anzuschauen. Und sich bei den entdeckten „High Potentials“ mit einem kleinen Willkommens-Päckchen persönlich für die Fördermitgliedschaft zu bedanken…

Spendenpyramide Kopie

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